Herzlich Willkommen auf den Seiten der
Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission

Die 1972 gegründete Kommission ist bis heute eine der zentralen Plattformen der Kooperation zwischen Historikern und Geographen beider Länder. Die Schulbuchkommission sieht es als ihre Aufgabe an, den fachwissenschaftlichen Dialog zu vertiefen. Dazu veranstaltet die Kommission Fachkonferenzen und gibt eine eigene Publikationsreihe heraus. Mittels ihrer Expertise und einer regelmäßigen wissenschaftlich-didaktischen Analyse deutscher und polnischer Lehrwerke wirkt die Kommission auf eine sachgemäße und angemessene Repräsentation des Nachbarn im Unterricht hin.

Trotz substantieller Verbesserungen wissen deutsche Schüler heute immer noch nur wenig über die Geschichte Polens, und Deutsche wie Polen sind sich der historischen Erfahrungen des Nachbarlandes oft nicht ausreichend bewusst. Die Kommission setzt deshalb ihre Arbeit fort und ist bei dem Projekt „Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch“ einer der wichtigsten Akteure.

 

 

Aktuelles


Erscheinen von Band 1: Ein Geschichtsbuch für Deutschland und Polen

Fotos: Bettina Ausserhofer für GEI

Am 22. Juni 2016 trafen sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Polens Außenminister Witold Waszczykowski und der brandenburgische Ministerpräsident und Koordinator für deutsch-polnische grenznahe und zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit Dietmar Woidke in Berlin, um den ersten Band eines gemeinsamen Geschichtsbuchs unter dem Titel „Europa – Unsere Geschichte“ vorzustellen.

 „Es ist ein wunderbares Buch geworden, […] das hellhörig macht für Träume und Traumata, mit denen unsere Nachbarn die gemeinsame Geschichte verbinden“, lobte Minister Steinmeier das neue Geschichtslehrwerk bei der feierlichen Vorstellung in der Robert-Jungk-Oberschule. „Ein Buch, das hoffentlich hilft, einen gemeinsamen deutsch-polnischen Blick auf diese Geschichte zu entwickeln“. Minister Waszczykowski sagte, es werde den jungen Menschen ermöglichen, die historische Sensibilität der Nachbarn besser zu verstehen, den Dialog erleichtern, Stereotype überwinden helfen und größere Toleranz lehren.

Die Schulbuchreihe wird von den Verlagen Eduversum und WSiP verlegt. Herausgegeben wird sie von der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission, in Kooperation mit dem Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Band 1 soll ab dem Schuljahr 2016/17 im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in identischer Form, lediglich in unterschiedlichen Sprachfassungen, eingesetzt werden. Bedeutsam ist, dass es sich nicht um ein Zusatzmaterial, sondern um ein Schulbuch zur Geschichte Europas handelt, das den Lehrplänen entspricht.

Band 1, der nach vier Jahren intensiver Arbeit nunmehr vorgelegt werden kann und der der Auftakt einer vierbändigen Schulbuchreihe sein soll, ist ein deutsch-polnisches Gemeinschaftsprodukt auf verschiedenen Ebenen: Er entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den Verlagen, Autoren, wissenschaftlichen Koordinatoren und Experten für bestimmte Epochen aus beiden Ländern, hauptsächlich aus den Reihen der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Unterstützt durch eine Vielzahl von Maßnahmen wie Lehrerfortbildungen soll das Buch nunmehr breit in die Schulpraxis beider Länder implementiert werden.

Das Programm der Veranstaltung vom 22.6.2016 finden Sie hier zum Download.

 

 

XXXVI. Deutsch-Polnische Schulbuchkonferenz „Kommunikationsräume – Akteure, Praktiken und Umsetzungen in der schulischen Praxis“ 19.-21. Mai 2016: Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Foto: Dominik Pick
Foto: Dominik Pick
Foto: Thomas Strobel

Vom 19.-21. Mai 2016 veranstaltete die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission in Halle/Saale ihre XXXVI. Deutsch-Polnische Schulbuchkonferenz unter dem Titel Kommunikationsräume – Akteure, Praktiken und Umsetzungen in der schulischen Praxis“. Damit verband sie Forschungen vor allem aus der Geschichtswissenschaft und der Geographie und knüpfte an ihren Forschungsschwerpunkt der letzten Jahre, das Konzept der „Kulturlandschaften“, an.

Welche Raumkonzepte gibt es in Schulbüchern? Wie werden diese visualisiert?  Welche Rolle spielen Migration und Kommunikationsräume in Schulbüchern – und welche Veränderungen hat es in diesem Bereich in den letzten Jahren gegeben? Das waren einige der Forschungsfragen, die die Kommission ins Zentrum ihres Interesses stellte. Ein besonderer Fokus wurde dabei zum einen auf die Akteure gelegt, die Kommunikationsräume prägen, zum anderem angesichts des Jubiläumsjahres 2017 auf „Kommunikationsräumen  der Reformation“.

Die diesjährige Konferenz stand zudem ganz im Zeichen des bevorstehenden Erscheinens von Band 1 des deutsch-polnischen Projektes „Schulbuch Geschichte“. In einem Workshop mit Lehrkräften beider Länder wurden ausgewählte Kapitel des Buches getestet. In zwei Sektionen der Konferenz ging es zudem um eine ausführliche Bilanz von Band 1, nicht zuletzt unter dem Blickwinkel von Kommunikationsräumen und kartographischen Fragestellungen.

Die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission nutzte den Rahmen dieser Konferenz zudem für einen Erfahrungsaustausch mit Mitgliedern der Polnisch-Ukrainischen Schulbuchkommission und mit bildungspolitischen Vertretern der in Deutschland lebenden Polen und der in Polen lebenden Deutschen.

Veranstalter der Konferenz waren die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, das Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien in Halle/Jena und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Gefördert wurde die Konferenz vom Auswärtigen Amt und von der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Programm (PDF)

 

 

Beitrag des polnischen Vorsitzenden Prof. Robert Traba zur Arbeit und heutigen Bedeutung der Kommission

(Dialog 113/2015)